Lernfeld 10 „Benutzerschnittstellen gestalten und entwickeln“ hat 80 Stunden. Behandelt werden Anforderungen an Oberflächen, Usability und Barrierefreiheit, Entwurfsmuster für Oberflächen, die Umsetzung im Frontend, die Validierung von Eingaben und Tests der Benutzerführung. Die Stolperstelle: Usability wirkt wie Geschmackssache. In Aufgaben ist sie ein Kriterium, das du begründen musst — warum diese Anordnung, warum diese Fehlermeldung.
Lernfeld 11 „Funktionalität in Anwendungen realisieren“ hat ebenfalls 80 Stunden und ist das Herzstück: Algorithmen und Datenstrukturen, objektorientierte Programmierung, Fehlerbehandlung, Schnittstellen und Datenbankzugriff, Versionsverwaltung, automatisierte Tests und Refactoring. Hier hakt es oft, wenn du im Betrieb nur in einem Framework arbeitest — die Konzepte sitzen, aber sie auf Papier nachvollziehbar aufzuschreiben ist ungeübt.
Lernfeld 12 „Kundenspezifische Anwendungsentwicklung durchführen“ ist mit 120 Stunden das größte. Es spannt den ganzen Entwicklungsprozess auf: Anforderungen beim Kunden aufnehmen, ein Vorgehensmodell wählen, den Aufwand schätzen, umsetzen, abnehmen lassen, dokumentieren, übergeben. Es enthält am wenigsten Code und wird deshalb oft unterschätzt. Bewertet wird in der Prüfung aber genau dieser Prozess.
Die drei greifen ineinander: Lernfeld 10 und 11 sind die beiden Hälften derselben Anwendung — was der Nutzer sieht und was darunter passiert. Lernfeld 12 legt den Rahmen darum, in dem beides entsteht. Wer 10 und 11 sauber kann, hat in 12 nur noch das Vorgehen zu lernen, nicht mehr die Technik.