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FIDP · Lernfelder

Lernfelder 10 bis 12 für FIDP

Ab dem dritten Ausbildungsjahr hat FIDP eigene Lernfelder: 10, 11 und 12 mit zusammen 280 Unterrichtsstunden. Diese Seite zeigt, was in jedem davon unterrichtet wird, wo die Stolperstellen liegen und wie die drei auf die AP2 einzahlen.

Lernfeld

Direktantwort

Was steckt in den Lernfeldern 10, 11 und 12 bei FIDP?

Die Fachrichtung FIDP hat im dritten Ausbildungsjahr drei eigene Lernfelder: Lernfeld 10 „Werkzeuge des maschinellen Lernens einsetzen“ mit 80 Stunden, Lernfeld 11 „Prozesse analysieren und gestalten“ mit 80 Stunden und Lernfeld 12 „Kundenspezifische Prozess- und Datenanalyse durchführen“ mit 120 Stunden. Zusammen sind das 280 Unterrichtsstunden. Die Lernfelder 1 bis 9 davor sind für alle vier Fachrichtungen identisch; erst ab Lernfeld 10 unterscheidet sich der Unterricht.

Einordnung

Öffentlich erklärt, geschützt geübt

Die öffentlichen Seiten helfen bei Orientierung und Begriffen. Persönliche Übung, Antworten, Auswertungen und Fortschritt bleiben im geschützten Lernbereich.

Orientierung

Öffentlich
AP1/AP2, Fachrichtungen, Lernplan und Begriffe.
Geschützt
Persönliche Startpunkte und nächste Übungsschritte.

Übungsinhalt

Öffentlich
Allgemeine Lernlogik ohne Fragebank oder Antwortschlüssel.
Geschützt
Fragen, Antworten, Feedback und Erklärungen nach Anmeldung.

Fortschritt

Öffentlich
Methoden für Wiederholung, Fehleranalyse und Prüfungsruhe.
Geschützt
Individuelle Ergebnisse, Streaks, XP und Lernfeld-Signale.

Ab Lernfeld 10 trennen sich die vier Fachrichtungen

Die ersten anderthalb Jahre sehen für alle vier Fachrichtungen gleich aus. Die Lernfelder 1 bis 9 umfassen 600 Unterrichtsstunden, davon 320 im ersten und 280 im zweiten Ausbildungsjahr, und sie gelten für FIAE, FISI, FIDP und FIDV wortgleich. Erst im dritten Ausbildungsjahr bekommt jede Fachrichtung ihre eigenen drei Lernfelder — bei FIDP sind das die Nummern 10, 11 und 12 mit zusammen 280 Stunden.

Dass der Bruch genau hier liegt, hat einen praktischen Grund: Vorher geht es um Grundlagen, die jede IT-Rolle braucht. Ab Lernfeld 10 geht es um das, was am Ende in der Projektarbeit und den beiden schriftlichen Prüfungsbereichen von Teil 2 abgefragt wird. Für FIDP heißt das: maschinelles Lernen, Prozessanalyse und die kundenspezifische Auswertung von Daten.

Ein Hinweis vorweg: Lernfelder stammen aus dem KMK-Rahmenlehrplan und beschreiben den Berufsschulunterricht. Die Prüfungsbereiche stehen in der Ausbildungsverordnung und gehören der IHK. Beide Ordnungen decken denselben Stoff ab, aber sie sind nicht deckungsgleich nummeriert. Eine amtliche Zuordnung „Lernfeld 11 wird in Prüfungsbereich X geprüft“ gibt es nicht.

Lernfelder 10 bis 12 für FIDP — Daten- und Prozessanalyse

LF 10: Werkzeuge des maschinellen Lernens einsetzen

80 Unterrichtsstunden

LF 11: Prozesse analysieren und gestalten

80 Unterrichtsstunden

LF 12: Kundenspezifische Prozess- und Datenanalyse durchführen

120 Unterrichtsstunden

Lernfeld 10: Werkzeuge des maschinellen Lernens einsetzen

80 Unterrichtsstunden — und das einzige Lernfeld der gesamten Fachinformatiker-Ausbildung, in dem maschinelles Lernen überhaupt vorkommt. Der Unterricht bleibt bei den Grundbegriffen und beim praktischen Umgang mit fertigen Werkzeugen und Bibliotheken. Niemand erwartet, dass du ein Verfahren von Grund auf implementierst. Erwartet wird, dass du weißt, wofür welches Verfahren taugt und wo seine Grenzen liegen.

Die typische Stolperstelle ist nicht die Mathematik. Sie liegt darin, ein Ergebnis einordnen zu können. Eine hohe Trefferquote auf den Trainingsdaten sagt wenig aus, wenn das Modell auf neuen Daten versagt. Wer erklären kann, warum Trainings- und Testdaten getrennt bleiben müssen und was eine verzerrte Datengrundlage anrichtet, hat den Kern dieses Lernfelds verstanden.

Genau hier ist die Materiallage am dünnsten. FIDP ist die kleinste der vier Fachrichtungen, und für Lernfeld 10 gibt es kaum brauchbare Übungsaufgaben — weder aus dem Fundus der anderen Fachrichtungen, denn dort kommt das Thema nicht vor, noch aus Foren. Plane für dieses Lernfeld mehr eigene Zeit ein als für die anderen beiden.

  • Überwachtes und unüberwachtes Lernen unterscheiden und einordnen
  • Merkmale und Zielgrößen aus einem Datensatz benennen
  • Trainings- und Testdaten trennen und begründen, warum
  • Modellgüte bewerten statt nur Trefferquoten ablesen
  • Verzerrungen, Grenzen sowie rechtliche und ethische Fragen erkennen

Lernfeld 11: Prozesse analysieren und gestalten

Ebenfalls 80 Stunden, und thematisch das Gegenstück zu Lernfeld 10: Hier geht es nicht um Daten, sondern um Abläufe. Du lernst, einen Geschäftsprozess zu erheben, ihn in einer Notation zu modellieren, Kennzahlen dafür zu definieren und Schwachstellen zu benennen. Am Ende steht ein Soll-Konzept mit begründeten Automatisierungspotenzialen.

Eine Prozessnotation ist dabei nur die Schreibweise — ein festes Vokabular aus Ereignissen, Aufgaben und Verzweigungen, damit ein Ablauf für alle Beteiligten gleich lesbar ist. Das Diagramm sauber zu zeichnen ist die kleinere Hälfte der Arbeit. Die größere ist, den Prozess vorher richtig aufzunehmen, statt aufzuschreiben, wie er im Handbuch stehen sollte.

Die zweite Stolperstelle sind die Kennzahlen. Eine Schwachstelle behaupten kann jeder; belegen musst du sie mit Durchlaufzeit, Fehlerquote oder Wartezeiten. Genau diese Begründungskette — Ist-Aufnahme, Kennzahl, Schwachstelle, Maßnahme — wird später im schriftlichen Prüfungsbereich „Durchführen einer Prozessanalyse“ verlangt, der in Teil 2 mit 10 Prozent in die Gesamtnote eingeht.

Lernfeld 12 und die Brücke zur AP2

Lernfeld 12 ist mit 120 Stunden das größte der drei und führt die beiden anderen zusammen. Der Rahmen ist ein Kundenauftrag: Du klärst, was der Kunde eigentlich wissen will, erschließt die passenden Datenquellen, sicherst die Datenqualität und bereitest das Ergebnis so auf, dass eine Fachabteilung ohne IT-Hintergrund es versteht.

Dieser Ablauf ist nicht zufällig gewählt. Er ist derselbe, den die betriebliche Projektarbeit in Teil 2 verlangt: „Planen und Durchführen eines Projektes der Datenanalyse“, höchstens 40 Stunden, 50 Prozent der Gesamtnote. Wenn du die 120 Stunden aus Lernfeld 12 als Trockenübung für dein Projekt liest, liegst du selten falsch.

Die beiden schriftlichen Bereiche in Teil 2 zählen je 10 Prozent. „Durchführen einer Prozessanalyse“ liegt inhaltlich am nächsten an Lernfeld 11, „Sicherstellen der Datenqualität“ an den Qualitätsanteilen von Lernfeld 12. Lernfeld 10 hat keinen eigenen schriftlichen Bereich — es zahlt indirekt ein, sobald dein Projekt oder eine Aufgabe ein Analyseverfahren berührt.

Wenn du dich als FIDP-Azubi sortieren willst: Fang bei Lernfeld 11 an. Prozessmodelle sind ohne Vorwissen zugänglich, und die Begründungskette daraus trägt später sowohl den schriftlichen Bereich als auch die Struktur deiner Projektdokumentation. Lernfeld 10 nimmst du dir in kurzen, festen Einheiten daneben vor, weil dir dort das Wiederholungsmaterial fehlt. Verbindlich ist am Ende immer, was deine zuständige IHK, deine Berufsschule und dein Ausbildungsbetrieb sagen.

Häufige Fragen

Welche Lernfelder hat FIDP im dritten Ausbildungsjahr?

Drei: Lernfeld 10 „Werkzeuge des maschinellen Lernens einsetzen“ und Lernfeld 11 „Prozesse analysieren und gestalten“ mit je 80 Stunden, dazu Lernfeld 12 „Kundenspezifische Prozess- und Datenanalyse durchführen“ mit 120 Stunden. Das sind zusammen 280 Unterrichtsstunden. Die Lernfelder 1 bis 9 aus den ersten beiden Jahren sind für alle vier Fachrichtungen gleich.

Kommt maschinelles Lernen nur in Lernfeld 10 vor?

Ja. Lernfeld 10 ist das einzige Lernfeld der gesamten Fachinformatiker-Ausbildung, in dem maschinelles Lernen unterrichtet wird, und es gehört nur zu FIDP. Das ist auch der Grund, warum du dafür kaum Übungsmaterial findest: Aus den anderen drei Fachrichtungen lässt sich nichts übernehmen, weil das Thema dort gar nicht auftaucht.

Welches Lernfeld bereitet auf die FIDP-Projektarbeit vor?

Am deutlichsten Lernfeld 12. Mit 120 Stunden ist es das größte der drei und übt genau den Ablauf, den die Projektarbeit verlangt: Auftrag klären, Datenquellen erschließen, Datenqualität sichern, Ergebnisse verständlich aufbereiten. Die Projektarbeit „Planen und Durchführen eines Projektes der Datenanalyse“ dauert bei FIDP höchstens 40 Stunden und zählt 50 Prozent.

Werden die Lernfelder direkt in der IHK-Prüfung abgefragt?

Nicht eins zu eins. Lernfelder stammen aus dem KMK-Rahmenlehrplan der Berufsschule, die Prüfungsbereiche aus der Ausbildungsverordnung der IHK — zwei getrennte Ordnungen mit ähnlichem Inhalt. Eine amtliche Zuordnung gibt es nicht. Inhaltlich am nächsten liegen Lernfeld 11 am Bereich „Durchführen einer Prozessanalyse“ und Lernfeld 12 am Bereich „Sicherstellen der Datenqualität“.

Womit sollte ich als FIDP-Azubi im dritten Jahr anfangen?

Mit Lernfeld 11. Prozessmodellierung ist ohne Vorwissen zugänglich, und die Kette aus Ist-Aufnahme, Kennzahl, Schwachstelle und Maßnahme brauchst du später sowohl schriftlich als auch in der Projektdokumentation. Lernfeld 10 läuft am besten in kurzen, regelmäßigen Einheiten nebenher, weil dort das Wiederholungsmaterial fehlt und Begriffe sonst schnell wieder verschwimmen.